Salz macht mobil Pneumatische Salzförderung mit AERZEN-Technologie

  • Mobile Salzförderanlage in Luxemburg mit einem Drehkolbengebläse GM35S von AERZEN. Eine mobile Lösung war notwendig, da das äußere Erscheinungsbild der Halle nicht verändert werden durfte
  • Das AERZEN-Gebläse vom Typ Delta Blower Generation 5 übernimmt die pneumatische Förderung des Salzes in die 20 Meter hohen Silos. Über Rohre wird das Aggregat im Winter angeschlossen
  • Im Inneren des Einfülltrichters sorgt eine Zellenradschleuse für die richtige Dosierung des Salzes und eine konstante Durchsatzleistung. Die Produktzuführung wurde von Emde strömungstechnisch optimiert
  • Die beiden 20 Meter hohe Salzsilos verfügen über ein Fassungsvermögen von je 250 Tonnen. Insgesamt bietet das Salzlager in Bertrange Platz für 4.500 Tonnen Salz
  • FB_Luxemburg_5_Salz_Bertrange Mit dem Salz, das in Bertrange lagert, wird im Winter ein Teil der luxemburgischen Autobahnen von Eis und Schnee freigehalten
  • Pierre Servais (Technischer Leiter der Straßenbauverwaltung Bertrange), Christoph Winter (Vertriebsingenieur bei AERZEN) und Björn Redert (Projektleiter bei Emde)

AERZEN gehört zu den führenden Anbietern hochleistungsfähiger Gebläse und Schraubenverdichter. Für die Straßenbauverwaltung Luxemburg hat der globale Technologieführer in Zusammenarbeit mit der Firma Emde Automation GmbH eine mobile Salzförderanlage geliefert, der nicht so schnell die Puste ausgeht.
NaCl steht in großen roten Buchstaben auf der Außenfassade: Natriumchlorid. Und was draufsteht, ist auch drin. 4.500 Tonnen Salz lagern hier zu Spitzenzeiten. Während der transparente Bau im Sommer beschaulich in der Sonne liegt, erwacht das Gebäude im Winter aus seinem Dornröschenschlaf. Denn mit dem Salz, das in Bertrange westlich der Stadt Luxemburg auf seinen Einsatz wartet, werden in der kalten Jahreszeit rund 3.960.000 m2 Autobahn des Großherzogtums von Eis und Schnee freigehalten. „Damit das ausgestreute Salz auf der Fahrbahn „haftet“ und um eine optimale Tauwirkung zu erzielen, verwenden wir aus unserer Eigenproduktion eine 22-prozentige Salzlauge“, erzählt Pierre Servais von der Straßenbauverwaltung Luxemburg (Administration des ponts et chaussées), die für Bau und Unterhaltung der staatlichen Straßen und Wege zuständig ist.
Hergestellt wird die Salzlauge direkt vor Ort in der Salzlagerhalle in Bertrange aus Steinsalz mit einer Reinheit von mindestens 98 Prozent. Doch ohne Salz ist ein Winterstreudienst nicht möglich. Rechtzeitig vor Kälteeinbruch werden daher jedes Jahr die Vorräte aufgefüllt. Per LKW kommt die wertvolle Ware an und wird vor der Halle abgeladen. Doch wie gelangen die Abermillionen Salzkörner in die 20 Meter hohen Salzsilos? Das übernimmt seit gut einem Jahr ein AERZEN-Drehkolbengebläse GM35S (max. 2.418 m³/h, 1 bar Druckdifferenz) der weltweit erfolgreichen Gebläsereihe Delta Blower.
Verdichtung als Erfolgsprinzip
Die vielseitigen Kompaktaggregate sind die treibende Kraft in unzähligen Prozessen. Sie komprimieren rund 150 Jahre Erfahrung und setzen Maßstäbe in puncto Performance, Wirtschaftlichkeit und Langlebigkeit. Als robuste Dauerläufer werden sie weltweit geschätzt und in zahlreichen Anwendungen eingesetzt. Insbesondere für die pneumatische Förderung von Schüttgütern – beispielsweise Salz wie in Luxemburg – sind die riemengetriebenen 3-flügeligen Gebläseaggregate erste Wahl. Sie arbeiten äußerst effizient, sind ölfrei nach Klasse 0 und dank absorptionsmittelfreiem patentiertem Druckschalldämpfer ATEX-zertifiziert.
AERZEN – wenn es um die Förderung und Verdichtung von Gasen geht, kommt an diesem Namen keiner vorbei. Seit 1864 entwickelt und konstruiert das Familienunternehmen Hochleistungsmaschinen für die Industrie. Mit dem Bau des ersten Drehkolbengebläses Europas setzte die niedersächsische Maschinenfabrik 1868 seinen ersten Meilenstein – im Laufe der Jahre sollten noch viele weitere folgen. Heute zählt das innovationsgetriebene Unternehmen zu den ältesten und bedeutendsten Herstellern von Drehkolbengebläsen, Drehkolbenverdichtern, Drehkolbengaszählern, Schraubenverdichtern und Turbogebläsen.
Schönheit hat ihren Preis 
Als in Luxemburg die alte Salzförderanlage ausfiel, war schnelle Hilfe gefragt. „Im Winterdienst können wir es uns einfach nicht erlauben, dass eine Anlage nicht läuft“, so der Technische Leiter Servais. AERZEN war prompt zur Stelle und lieferte innerhalb von 24 Stunden ein Mietaggregat. „Dieser schnelle Service sowie die guten Leistungen des Geräts haben uns überzeugt.“ Und so ging auch der Auftrag für die Erneuerung der defekten Anlage an die niedersächsischen Maschinenbauer. Christoph Winter, Vertriebsingenieur bei AERZEN: „Die alten Maschinen waren innerhalb der Halle verbaut, in der das Salz lagert. Uns war sofort klar, dass die Anlage aus dieser salzhaltigen Atmosphäre raus muss. Denn Salz ist sehr aggressiv und setzt der Technik enorm zu. Die Folge: schnelle Korrosion und eine kurze Lebensdauer.“
Platz für eine feste Installation der Gebläsetechnik vor der Halle war reichlich vorhanden. Allerdings stellte sich heraus, dass die Optik des Gebäudes nicht verändert werden durfte. Denn der von den luxemburgischen Architekten Bruck + Weckerle gestaltete Bau aus transparenten Prokulit Lichtpaneelen war mehrfach ausgezeichnet worden: 2007 erhielt das Design den „Luxemburger Architekturpreis“ (Prix Luxembourgeois d'Architecture), 2008 folgte der „Bauhärepräis“ (Bauherrenpreis). Die Lösung: Das AERZEN-Gebläse wurde kurzerhand auf einen Schwerlastanhänger montiert. So ist es mobil und kann bei Bedarf angeschlossen werden.
Damit das äußere Erscheinungsbild der Halle nicht gestört wird, wird das Aggregat im Sommer „eingemottet“. Im Winter bringt es dann ein Gabelstapler an Ort und Stelle. Sobald die LKW das Salz abgeladen haben, wird es von einem Radlader aufgenommen und in einen Trichter gefüllt. Es läuft durch eine Zellenradschleuse, die für die richtige Dosierung und eine konstante Durchsatzleistung sorgt, und landet im Aufgabeschuh. Von dort geht es dann mit einem Druck von 0,4 bis 0,5 bar (maximal 0,63 bar) und einem Volumenstrom von 1.920 m³/h mittels der AERZEN-Technologie über Rohre in luftige Höhen. Insgesamt zwei Salzsilos mit einem Fassungsvermögen von je 250 Tonnen gilt es zu befüllen.
Aller guten Partner sind drei 
Für die Wagen-Konstruktion sowie die Verrohrung wurde die Firma Emde Automation GmbH aus Nassau mit ins Boot geholt, mit der AERZEN bereits seit über zehn Jahren zusammenarbeitet. „Wir haben auch die Produkt-zu-Luft-Beladung in der Rohrleitung neu berechnet und ausgelegt sowie die Produktzuführung strömungstechnisch optimiert“, erzählt Björn Redert, Projektleiter im Vertrieb bei Emde. „Die Herausforderung bestand vor allem darin, die bestehenden Komponenten der Altanlage des Marktbegleiters wiederzuverwenden und in das neue Konzept zu integrieren.“ Zudem hat Emde einen Verschleißschutz auf einigen Bereichen des Rohrsystems angebracht. Dieser war nötig, da die Rohre durch die bei der Salzförderung entstehende Reibung von innen immer dünner geworden waren. „Die Zusammenarbeit mit AERZEN ist uns immer wieder eine große Freude“, so Björn Redert. „Es passt einfach alles – von der Angebotserstellung über die Betreuung bis hin zum Service. Und die Qualität stimmt auch.“
Auch Pierre Servais ist rundum zufrieden: „Es war die richtige Entscheidung, das Gebläse nach draußen zu setzen. Die Anlage arbeitet jetzt viel besser.“ Für den Luxemburger ist vor allem ein Aspekt besonders wichtig: Zuverlässigkeit. „Wir brauchen Anlagen, auf die wir uns verlassen können. Denn im Winter müssen wir jederzeit einsatzbereit sein. In AERZEN haben wir einen zuverlässigen Partner gefunden, der uns langlebige, wartungsarme Produkte, eine kompetente Beratung sowie einen umfassenden Kundenservice bietet.“
Lösungen für den Kunden
So steht außer Frage, dass die erfolgreiche Zusammenarbeit fortgeführt wird. Das erste Nachfolgeprojekt ist bereits unter Dach und Fach. Denn just vor einigen Wochen hat auch die zweite alte Salzförderanlage in Bertrange ihren Dienst versagt. Auch hier waren Wettbewerberprodukte verbaut. Die Einzelheiten sind schon besprochen, im Oktober wird das nächste AERZEN-Gebläse nach Luxemburg geliefert. Es wird sicher nicht das letzte bleiben, wie Servais verrät: „Wir planen, auch unsere beiden anderen Salzlager in Potaschberg und Mersch umzubauen und mit der gleichen Technologie wie in Bertrange auszustatten. Das hätte den großen Vorteil, dass die Anlagen und Komponenten untereinander austauschbar wären – sollte doch mal was kaputtgehen.“
Zuverlässig, langlebig und effizient – in Luxemburg macht der Delta Blower der fünften Generation von AERZEN seinem Ruf als robuster Dauerläufer alle Ehre. Das Projekt Luxemburg zeigt außerdem: Es muss nicht immer ein Anlagenneubau sein. Manchmal ist ein Umbau unter Verwendung bereits vorhandener Komponenten die richtige Lösung.​

https://www.aerzen.com/de/produkt/geblaese-aggregate-delta-blower-generation-5.html