Kommunalinfo24 und die Fa. Dauth gratulieren

dem ältesten, aktiven Tauchmeister Deutschlands Herrn Heinz Lothar Getrost zum 67. Geburtstag. Wir besuchen die Firma Dauth, Tauch-und Atemschutzarbeiten in Eschau um hier Herrn Heinz Lothar Getrost zu treffen. Herr Getrost ist Taucher- und Sprengmeister und arbeitet bereits seit vielen Jahren für die Firma Dauth. ki24: Herr Getrost Sie feiern heute, am 25.07.2012 Ihren 67ten Geburtstag und sind noch immer aktiver Berufstaucher. Wahrscheinlich sogar der älteste Aktive Europas, sicher aber Deutschlands. Was hat Sie damals bewogen, solch einen außergewöhnlichen Beruf zu ergreifen? HLG: Tauchen war schon in jungen Jahren ein großes Hobby von mir. Da ich jahrelang Sporttaucher war, stellte sich die Frage: "Warum nicht meinen Lieblingssport zum Beruf machen." Von 1973 - 1975 machte ich dann beim Bergungsunternehmen Wilhelm Dahmen meine Ausbildung. 1991 gründete ich dann meine eigene Firma, EMS-JADE-Taucher Heinz Lothar Getrost. 1995 folgte dann die Ausbildung zum Tauchermeister und 1996 erwarb ich dann noch mein Kapitänspatent. ki24: Gerade in Ihrem Beruf ist es ja besonders wichtig, sich auf die Kollegen zu verlassen. HLG: Ja da haben Sie absolut recht! Vertrauen und Zuverlässigkeit sind hier lebensnotwendig. Seit 1994 arbeite ich jetzt bereits mit der Fa. TAA-Wolfgang Dauth, Tauch- und Atemschutzarbeiten zusammen. Wir sind ein absolut aufeinander eingespieltes Team und jeder kann sich blind auf den anderen verlassen. "Blind" ja im wahrsten Sinne des Wortes, denn in einem Faulturm ist die Sicht bei Null. ki24: Herr Getrost, jetzt arbeiten Sie schon fast vierzig Jahre als Taucher; da erlebt man doch so einiges? Schließlich ist ja Ihr Beruf alles andere als ungefährlich. HLG: Natürlich gab es einige problematische Zwischenfälle. Ein wirklich trauriges Erlebnis möchte ich Ihnen kurz erzählen: 1982 sank von Neufundland eine der größten Bohrinseln der Zeit, die Ocean-Ranger. Die Bergung fand 1983 mit einer 20 Mann starken Taucher Truppe statt. Es wurden Tauchteams mit einem älteren und einem jüngeren Taucher zusammengestellt. Lothars Tauchgang wurde verschoben, da er zuvor Mittag gegessen hatte, man soll mit vollem Bauch nicht auf Tiefe tauchen. Hierfür sprang ein anderer Taucher ein. Dieses Tauchteam sollte eine Befestigung mittels Bolzenschussgeräte anbringen. Leider traf der Bolzen einen Trimmtank indem sich durch Algenbewuchs eine große Faulgasblase gebildet hatte. Der Tank wurde auf einer Länge von 27 m auseinander gerissen. Beide Taucher starben bei dieser Explosion. ki24: Das ist ja sehr tragisch! HLG: Ja ich hatte wohl einen besonderen Schutzengel. Es gibt ja auch noch eine lustige Geschichte, die ich Ihnen auch nicht vorenthalten möchte: Vor Norderney, auf 15 m Tauchtiefe, sind Herr Dauth und ich abwechselnd mit Spülarbeiten für die Telekom beschäftigt. Dabei wirbelt der Wasserstrahl der Spüllanze Unmengen an Sedimenten, Algen, Muscheln, Krebse und Kleintiere auf, die Sicht ist gleich Null. Plötzlich, unerwartet stößt mich etwas - Adrenalin pur!!! Was war das? Ein Hai, ein Wal? Es ist auch kein anderer Taucher in Sicht, der sich vielleicht einen Spaß erlaubt hat. Kurz darauf bekommt Herr Dauth einen Stoß! Da wird es einem selbst im kätesten Wasser warm. Kurze Rückfrage beim Team-alle Taucher sind an Bord. Wie sich herausstellte, waren die Übeltäter Seehunde die sich das leckere Mahl von aufgewirbelten Algen, Krebsen und Muscheln nicht entgehen lassen wollten. Mit dieser Erkenntnis wurden die folgenden Tauchgänge wesentlich entspannter. ki24: Da Ihr Tätigkeitsfeld ja sehr weitreichend ist, sind Sie sicher viel unterwegs? HLG: Im Grunde genommen fast ständig. Hiezu gehören auch Auslandseinsätze wie in Neufundland, Frankreich, Dänemark, Norwegen Iran uvm. ki24: Herr Getrost wir bedanken uns ganz herzlich für das unterhaltsame Gespräch und wünschen Ihnen noch viele gesunde und aktive Jahre in Ihrem Beruf.