Gütegemeinschaft Kanalbau lädt zum Erfahrungsaustausch ein

  • Im Frühjahr 2018 setzt die Gütegemeinschaft Kanalbau die Erfahrungsaustausche fort, bei denen unter Beteiligung von Auftraggebern und Auftragnehmern über die verschiedenen Aspekte bei Planung, Ausschreibung, Bauüberwachung und Ausführung diskutiert wird.
  • Das kommt an: Bei den Erfahrungsaustauschen werden die Teilnehmer aktiv in die Diskussion einbezogen.
  • Interessanter Austausch in der Pause: Angeregte Gespräche finden auch während der Veranstaltungspausen bei einer Tasse Kaffee oder beim gemeinsamen Mittagessen statt.

Qualität ist planbar
Die RAL-Gütesicherung Kanalbau ist in gleichem Maße auf Auftraggeber, Ingenieurbüros und ausführende Firmen ausgerichtet. Das Konzept basiert auf der Überzeugung, dass Qualität erst im Zusammenspiel aller Beteiligten einer Maßnahme wirksam gesichert wird. Über die Prüfung der Fachkunde von ausführenden Unternehmen und Ingenieurbüros hinaus bietet die Gütegemeinschaft Kanalbau ihren Mitgliedern Grundlagen und Angebote zur Qualifizierung an. Fachkundige Mitarbeiter/-innen und eine Qualitätssicherung der Gütezeicheninhaber, bestehend aus Eigenüberwachung und deren Kontrolle durch die Prüfingenieure, verfolgen das Ziel, die Qualität bei der Herstellung und Instandhaltung von Abwasserleitungen und -kanälen zu verbessern.
Die Angebote zur Qualifizierung und Qualitätssicherung von Auftraggebern und Auftragnehmern besteht unter anderem aus Arbeitshilfen, Handbüchern, Regelwerkssammlungen, Infoschriften und spezifische Leitfäden für die Eigenüberwachung. Sie können als Arbeitsgrundlage bzw. als Nachschlagewerk bei der täglichen Arbeit dienen. Darüber hinaus existieren umfangreiche Angebote an Schulungen und Veranstaltungen für Auftraggeber, Ingenieurbüros und Gütezeicheninhaber. Neben Auftraggeber-Fachgesprächen und Firmenseminaren zählen hierzu die Erfahrungsaustausche für Auftraggeber, Ingenieur-Büros und ausführende Unternehmen.
Plattform für fachlichen Austausch
Im Frühjahr 2018 finden Erfahrungsaustausche in Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt statt. Los geht es am 21. Februar in Stuttgart. Am 1. März treffen sich Auftraggeber und Auftragnehmer in Rostock. Am 14. und 15. März folgen die Veranstaltungen in Leipzig und Magdeburg (Termine siehe www.kanalbau.com). Die Treffen verfolgen verschiedene Ziele: Einerseits dienen sie als Diskussionsforen für die stetige Weiterentwicklung der Gütesicherung im Sinne der Mitglieder, andererseits stellen sie eine Plattform für den kontinuierlichen Austausch der Beteiligten zum Thema „Qualität und Qualifikation“ dar.
Inhaltliche Schwerpunkte der Veranstaltungsreihe liegen auf der „Prüfung der Fachkunde und Gütesicherung der Ausführung“, der Diskussion über die „Erwartungen von Auftraggebern, Ingenieurbüros und ausführenden Unternehmen“ sowie dem Themenkomplex.
​„Vertragsgerechte Bauausführung und aktuelle Beispiele aus der Rechtsprechung“. Vor diesem Hintergrund kann die Gütesicherung RAL-GZ 961 das Zusammenwirken der Beteiligten unterstützen.

Aus der Praxis für die Praxis
Die aus der täglichen Baustellenpraxis gewonnenen Erfahrungen der Prüfingenieure stellen die Grundlage des Veranstaltungskonzeptes dar. Im Rahmen der Erfahrungsaustausche werden in diesem Sinne Dipl.-Ing. Dieter Walter und Dipl.-Ing. Hans-Willi Bienentreu referieren. Unterstützt werden diese von Regierungsbaumeister Dipl.-Ing. Rüdiger Prestinari, Pforzheim, der insbesondere die Herausforderungen für die Auftraggeber-Seite aus der Praxis kennt. Zum Thema „Sicherstellung der Fachkunde und Ausführungsqualität im Spannungsfeld zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer“ werden die vielfältigen Aspekte sowohl aus dem Blickwinkel des Auftraggebers und des Ingenieurbüros als auch des Auftragnehmers angesprochen.

Spannungsfelder beleuchten
Das Auditorium ist dabei ausdrücklich zur Diskussion eingeladen. Was müssen Planung und Ausschreibung leisten? Welche Voraussetzungen sind dafür erforderlich? Das sind einige der Fragen, bei deren Beantwortung mögliche Fehler und Versäumnisse anhand ausgewählter Beispiele aus den Bereichen offener Kanalbau, Sanierung oder Vortrieb exemplarisch aufgearbeitet werden – mit dem Ziel, die sich daraus ergebenden Konsequenzen für alle beteiligten Parteien aufzuzeigen. Was passiert, wenn aber die Erwartungen der Baupartner nicht sauber kommuniziert und berücksichtigt wurden und wenn sich darüber hinaus die Fachleute bezüglich strittiger Punkte nicht einigen können? In diesem Zusammenhang beschäftigt sich der letzte Themenblock zum Abschluss der Veranstaltung mit ausgewählten Fallbeispielen aus der Rechtsprechung unter dem Titel „Vertragsgerechte Bauausführung im Spannungsfeld zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer“.

Anspruchsvolle Aufgaben
Innerstädtische Tiefbaumaßnahmen stellen für den Auftraggeber anspruchsvolle Bauaufgaben dar. Komplexe Bauabläufe, ständig neue Anforderungen aus Regelwerken und Vorschriften müssen ebenso berücksichtigt werden, wie der finanzielle und zeitliche Rahmen für Planung und Bauausführung. Ähnlich ist die Situation auf Seiten der Ingenieurbüros, die meist unter hohem Zeitdruck Planungen erstellen müssen. Auch hierauf wird bei den Erfahrungsaustauschen besonders eingegangen. Welche Voraussetzungen müssen der Auftraggeber und das beauftragte Ingenieurbüro schaffen, damit Auftragnehmer die geforderte Ausführungsqualität erreichen können? Welche Erwartungen existieren bei Auftraggebern, Ingenieurbüros und ausführenden Unternehmen an ihre jeweiligen Baupartner? Und schließlich: Welche Erwartungen haben Auftraggeber und Auftragnehmer an die Gütesicherung RAL-GZ 961? Mit Fragen wie diesen werden die Teilnehmer in die Diskussionen eingebunden.

Gemeinsam erarbeitet
Anhand von Praxisbeispielen werden die Leistungen und Möglichkeiten der Gütesicherung Kanalbau dann gemeinsam erarbeitet. Fehlende Erfahrung in der Bautechnik oder fehlende Systeme zur Qualitätssicherung bzw. Fehlervermeidung in Ausschreibung und Bauüberwachung können zu erheblichen Konsequenzen für alle Beteiligten führen. Denn eine zum Beispiel aus Kostengründen unvollständige Datenermittlung für die Planung – etwa in Form von fehlenden Bodengutachten, optischer Inspektion oder Beweissicherungsmaßnahmen – können den Erfolg der Maßnahme gefährden. Folgerichtig stellt sich die Frage: Auf welcher Grundlage kann das mit der Ausführung der Arbeiten beauftragte Unternehmen die Qualität erbringen? Denn eine mangelfreie Werkleistung kann von den beteiligten Baupartnern nur dann erbracht werden, wenn sie auf detaillierte Planungs- und Ausschreibungsunterlagen zurückgreifen können. Ihre Erstellung erfordert Kompetenz, Erfahrung und Fachkunde. Systeme zur Qualitätssicherung tragen auch an dieser Stelle dazu bei, eine Baumaßnahme zum Erfolg zu führen.

Das bringt allen etwas
Themen wie diese tragen dazu bei, Schnittstellen und Spannungsfelder der Baupartner deutlich zu machen. Insbesondere durch Mitwirkung des Auditoriums und Sammlung der Themen in der bundesweiten Veranstaltungsreihe entsteht auf diese Weise ein interessantes Bild über die jeweiligen Erwartungen untereinander. Die Teilnehmer vergangener Veranstaltungen bewerteten diese Art durchweg positiv: Das machten auch die angeregten Gespräche in den zurückliegenden Veranstaltungen deutlich, die während der Veranstaltungspausen bei einer Tasse Kaffee oder beim gemeinsamen Mittagessen geführt wurden. Die aus dem Austausch zwischen Auftraggebern, Planern und Auftragnehmern zum Thema Qualität und Qualifikation im Kanalbau gewonnenen Erfahrungen lassen sich gut in den Alltag einbringen – so der Tenor.

​RAL-Gütegemeinschaft Güteschutz Kanalbau
www.kanalbau.com

Fotos: Güteschutz Kanalbau