Forschungsprojekt ePlanB nimmt Fahrt auf – 14 Pendler erhalten Elektroautos – Acht Ladesäulen gehen am P&R-Platz in Buchloe in Betrieb

Forschungsprojekt ePlanB nimmt Fahrt auf – 14 Pendler erhalten Elektroautos – Acht Ladesäulen gehen am P&R-Platz in Buchloe in Betrieb 

Das Forschungsprojekt ePlan B nimmt Fahrt auf: 14 Pendler erhalten Elektroautos, mit denen sie in den kommenden sechs Monaten klimafreundlich unterwegs sein werden. Tagsüber laden die Autos am Park&Ride-Platz am Bahnhof in Buchloe, abends fahren die Pendler mit voller Batterie wieder nach Hause. Dazu haben die Lechwerke (LEW) eine Ladeinfrastruktur aus acht Ladesäulen mit insgesamt 16 Ladepunkten errichtet. 

Ermöglicht wird der klimafreundliche Pendlerverkehr durch das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt ePlanB, das vom Landkreis Ostallgäu, der Stadt Buchloe, der Lechwerke AG (LEW), der LEW Verteilnetz GmbH (LVN) und der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) durchgeführt und vom Bayerischen Wirtschaftsministerium gefördert wird. 

Das Hauptziel ist, ein intelligentes Lademanagement zu entwickeln, das die Batterien von geparkten Elektroautos dann auflädt, wenn viel Strom aus heimischen erneuerbaren Energiequellen eingespeist wird. Dadurch können Netzinfrastrukturen effizienter genutzt werden. Zugleich sollen Pendler stärker für das Thema Elektromobilität sensibilisiert werden. 

„Der Aufbau der Ladeinfrastruktur am Bahnhof in Buchloe ist ein wichtiger Meilenstein, denn nun kann der Feldtest beginnen. Besonders wichtig bei einem solchen Projekt ist die erfolgreiche Zusammenarbeit mit unseren Partnern vor Ort. Deshalb bedanke ich mich ganz herzlich bei Landrätin Maria Rita Zinnecker und Josef Schweinberger, Bürgermeister von Buchloe, dass dieses Projekt hier im Landkreis Ostallgäu durchgeführt werden kann“, sagt LEW-Vorstandsmitglied Norbert Schürmann. 

Der Feldtest besteht aus vier Phasen, in denen insgesamt 56 Pendler für jeweils sechs Monate ein Elektroauto erhalten. Geeignete Teilnehmer wurden auf Basis einer Befragung und anschließender Fahrprofilauswertung ermittelt. Entscheidende Kriterien waren vor allem die Pendelhäufigkeit und eine möglichst hohe Pendeldistanz, um die zu ladende Energiemenge zu erhöhen. 

Mithilfe einer GPS-Logger-Analyse wurde das Mobilitätsverhalten von geeigneten Interessenten über mehrere Wochen hinweg erfasst. Nach Auswertung der Fahrprofile wurden die Teilnehmer für die ersten beiden Feldtestphasen ausgewählt. Alle Interessenten, die an der GPS-Logger-Analyse teilnahmen, haben im Anschluss einen Bericht mit einer individuellen Fahrprofilauswertung erhalten. Daraus wird deutlich, wie gut ein Elektroauto zum persönlichen Fahrprofil passt und wie wirtschaftlich es im Vergleich zum eigenen Fahrzeug ist. Der Bericht enthält auch einen Vergleich der Fahrzeuge in Bezug auf den CO2-Ausstoß. 

In der ersten Phase des Feldtests werden die E-Autos ungesteuert geladen. Das heißt, die Elektroautos laden sofort, sobald sie an die Ladesäule gesteckt werden. „In dieser Phase zeichnen wir Daten zum Fahr- und Ladeverhalten auf“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Mauch von der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE). „Wir erfassen, wann und wie oft an jeder Ladesäule ePlanB-Hintergrund-Word-LEW geladen wird und wie viel Energie insgesamt an der P&R-Anlage bezogen wird.“ Diese Daten liefern die Referenzwerte für die zweite Phase, das gesteuerte Laden. In dieser Phase geben die Pendler dann – entweder direkt vor Ort an der Ladesäule oder über eine Website – Daten zur vorgesehenen Parkdauer und dem aktuellen Batterieladezustand ein. 

Folgende Elektrofahrzeuge kommen im Feldtest zum Einsatz: jeweils zwei Fahrzeuge der Typen Mitsubishi i-MiEV, Renault Zoe und Smart fortwo ed sowie jeweils drei Fahrzeuge der Typen BMW i3, Nissan Leaf und VW E-Golf. 

Die Elektroautos wurden bei Autohäusern aus der Region beschafft. Eines der Fahrzeuge ist zur Entwicklung der intelligenten Ladetechnik der FfE zugeordnet. Die anderen 14 E-Autos werden an Pendler vergeben. Die Fahrzeuge haben Reichweiten zwischen 140 und 210 Kilometern. Die maximale einfache Pendeldistanz der ausgewählten Projektteilnehmer liegt bei 70 Kilometern. 

Das Gesamtbudget des Forschungsvorhabens ePlanB liegt bei rund 1,3 Millionen Euro. Davon tragen die Lechwerke rund 650.000 Euro, der Freistaat Bayern fördert das Vorhaben mit knapp 600.000 Euro, Landkreis und Stadt Buchloe beteiligen sich mit jeweils 36.000 Euro. 

Die LEW-Gruppe ist als regionaler Energieversorger in Bayern und Teilen Baden-Württembergs tätig. LEW beschäftigt mehr als 1.700 Mitarbeiter und ist mit 35 Wasserkraftwerken einer der führenden Erzeuger von umweltfreundlicher Energie aus Wasserkraft in Bayern. Die LEW Verteilnetz GmbH (LVN) ist eine Tochtergesellschaft der LEW-Gruppe und sorgt als regionaler Verteilnetzbetreiber für einen zuverlässigen und sicheren Betrieb des Stromnetzes. 

Die Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) ist ein bundesweit anerkanntes Forschungsinstitut mit einer über 60-jährigen Tradition, das sich mit aktuellen Fragestellungen der Energietechnik und Energiewirtschaft beschäftigt. 

Der Landkreis Ostallgäu liegt im Südosten des bayerischen Regierungsbezirks Schwaben, ist knapp 1400 km² groß und hat ca. 134.000 

Einwohner. Die Stadt Buchloe bezeichnet sich mit seinen 12.000 Einwohnern als „Tor zum Allgäu“. Sie ist die drittgrößte Stadt im Landkreis Ostallgäu.